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Windows 10 ESU verlängern: Was Unternehmen bis 13. Oktober 2026 entscheiden müssen
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Windows 10 ESU verlängern: Was Unternehmen bis 13. Oktober 2026 entscheiden müssen

Daniel Frenzel
Daniel Frenzel
7 Min. Lesezeit

Wer Windows 10 ESU verlängern will, hat bis zum 13. Oktober 2026 Zeit: An diesem Tag endet das erste ESU-Jahr, und Jahr 2 muss aktiv gekauft werden. Die Schlagzeile vom kostenlosen Zusatzjahr bis Oktober 2027 gilt für Privatgeräte — ein verwalteter Firmen-PC in Wertheim oder im Main-Tauber-Kreis fällt in der Regel nicht darunter. Dieser Beitrag sortiert, welches Programm für Ihre Geräte greift und was es kostet.

Warum das kostenlose Jahr bis 2027 für Firmen-PCs nicht gilt

Es gibt zwei getrennte ESU-Programme, und sie werden in den Nachrichten regelmäßig vermischt. Das Consumer-Programm hat Microsoft im Sommer 2026 bis zum 12. Oktober 2027 verlängert — kostenlos über die aktivierte Windows-Backup-Funktion oder 1.000 Microsoft-Rewards-Punkte, alternativ für rund 30 US-Dollar einmalig. Eine Anmeldung deckt bis zu zehn Geräte.

Microsoft schließt für dieses Programm aber ausdrücklich kommerzielle Szenarien aus. Keine Anmeldung ist möglich für Geräte, die einer Active-Directory-Domäne beigetreten sind, die per Microsoft Entra ID eingebunden sind oder die in einer MDM-Lösung wie Intune verwaltet werden. Damit fällt praktisch jeder ordentlich verwaltete Arbeitsplatzrechner heraus. Eine Ausnahme nennt Microsoft selbst: Geräte, die lediglich bei Entra registriert sind, dürfen das Consumer-Programm nutzen.

Für alles andere gilt das Commercial-Programm über die Volumenlizenzierung. Es läuft in Jahresschritten, lässt sich nicht auf sechs Monate kürzen und endet nach maximal drei Jahren. Das erste Jahr deckt den Zeitraum bis zum 13. Oktober 2026 ab — und genau dieser Stichtag steht jetzt an.

Was kostet es, Windows 10 ESU zu verlängern?

Der Preis verdoppelt sich in jedem Jahr. Das ist kein Versehen, sondern Absicht: ESU soll eine Brücke sein, keine Dauerlösung.

ESU-Jahr Updates bis Listenpreis pro Gerät
Jahr 1 13. Oktober 2026 61 US-Dollar
Jahr 2 12. Oktober 2027 122 US-Dollar
Jahr 3 10. Oktober 2028 244 US-Dollar

Entscheidend ist die kumulative Abrechnung: Wer erst in Jahr 2 einsteigt, zahlt Jahr 1 mit — also 61 plus 122 US-Dollar pro Gerät. Beim Einstieg in Jahr 3 summiert sich das entsprechend weiter. Abwarten macht die Rechnung also nicht kleiner, sondern teurer.

Dazu kommt, was ESU nicht ist. Geliefert werden ausschließlich kritische und wichtige Sicherheitsupdates nach Microsoft-Einstufung. Keine Funktionsupdates, keine Fehlerbehebungen jenseits der Sicherheit, kein technischer Support. Ein Gerät mit ESU ist abgesichert, aber nicht gepflegt.

Wann ESU sinnvoll ist — und wann Sie Geld verbrennen

ESU lohnt sich dort, wo ein Gerät aus einem konkreten, benennbaren Grund auf Windows 10 bleiben muss. Überall sonst zahlen Sie für Aufschub.

Sinnvoll: Fachsoftware ohne Freigabe

Branchensoftware, die vom Hersteller noch nicht für Windows 11 freigegeben ist. Hier verschafft ESU die Monate, bis die freigegebene Version kommt — mit einem festen Termin für die Umstellung dahinter.

Sinnvoll: Maschinen- und Messplätze

PCs, die an einer Steuerung, einem Messgerät oder einem Laborsystem hängen. Der Rechner ist Teil der Anlage, ein Wechsel hängt am Anlagenhersteller und nicht an Ihrer IT-Planung.

Unsinnig: Geräte am Ende ihrer Laufzeit

Ein sechs Jahre alter Arbeitsplatzrechner, der Windows 11 nicht erfüllt. Zwei Jahre ESU plus die verlorene Zeit an einem langsamen Gerät übersteigen schnell den Preis eines neuen Business-Notebooks.

Unsinnig: ESU ohne Plandatum

ESU nur zu kaufen, um die Entscheidung zu verschieben, ist die teuerste Variante. Ohne hinterlegtes Migrations- oder Ersatzdatum steht dieselbe Frage im nächsten Jahr zum doppelten Preis wieder auf dem Tisch.

In vier Schritten zur Entscheidung

1

Inventur machen

Jedes Gerät erfassen: Windows-Version, Alter, und ob es in der Domäne, in Entra ID oder in Intune verwaltet wird. Letzteres entscheidet, welches ESU-Programm überhaupt infrage kommt. Erfahrungsgemäß tauchen dabei Geräte auf, die in keiner Liste standen — der Empfangsrechner, der PC am Etikettendrucker, das Notebook im Lager.

2

Windows-11-Fähigkeit prüfen

Windows 11 verlangt TPM 2.0, Secure Boot und einen hinreichend aktuellen Prozessor. Geräte, die das erfüllen, lassen sich kostenfrei umstellen — das ist in den meisten Fällen die günstigste Lösung und kein Neuaufbau, sondern ein Upgrade mit vorherigem Backup.

3

Freigaben der Fachsoftware abfragen

Vor jedem Upgrade die Frage an den Softwarehersteller: Ist die eingesetzte Version für Windows 11 freigegeben, und wenn nicht, ab wann? Diese Antwort bestimmt, welche Geräte ESU wirklich brauchen. Ohne sie wird aus dem Upgrade ein Stillstand am Montagmorgen.

4

Restgeräte mit Ersatzdatum versehen

Für jedes Gerät, das ESU bekommt, ein Datum festhalten, an dem es ersetzt oder umgestellt wird. Dieses Datum gehört ins Budget für das kommende Jahr. Damit wird aus einer offenen Baustelle eine geplante Investition.

Die Sonderfälle, die oft übersehen werden

Für Windows-10-VMs in Windows 365 und Azure Virtual Desktop ist ESU ohne Zusatzkosten enthalten. Auch physische Windows-10-Endgeräte, von denen aus Mitarbeiter auf einen Windows 365 Cloud-PC zugreifen, sind bis zu drei Jahre ESU-berechtigt — allerdings mit einer Bedingung, die leicht untergeht: Der Nutzer muss sich am physischen Gerät mindestens alle 22 Tage mit demselben Entra-ID-Konto anmelden, das er für den Cloud-PC verwendet. Wer das Gerät nur noch sporadisch nutzt, verliert die Berechtigung.

Ein Beispiel aus der Region: Ein Handwerksbetrieb im Main-Tauber-Kreis betreibt zwei PCs an Zuschnittmaschinen, deren Steuerungssoftware vom Anlagenhersteller nur für Windows 10 freigegeben ist. Alle übrigen zwölf Arbeitsplätze erfüllten die Windows-11-Anforderungen und wurden im Frühjahr umgestellt. Für die beiden Maschinen-PCs war ESU Jahr 2 die richtige Entscheidung — zwei Lizenzen statt vierzehn, mit einem Ersatztermin, der an den nächsten Wartungszyklus der Anlage gekoppelt ist. Diese Rechnung funktioniert aber nur, weil vorher jemand gezählt hat.

Häufige Fragen zur ESU-Verlängerung

Was passiert nach dem 13. Oktober 2026 ohne ESU?

Die Geräte laufen weiter, erhalten aber keine Sicherheitsupdates mehr. Neu bekannt werdende Schwachstellen bleiben dauerhaft offen, während sie auf aktuellen Systemen geschlossen werden. Mit jedem Patch-Day wächst der Abstand, und Treiber- sowie Softwarehersteller ziehen sich parallel zurück.

Kann ich ESU auch nachträglich kaufen?

Ja, der Einstieg ist später möglich, aber kumulativ: Die übersprungenen Jahre werden mitbezahlt. Nach der Anmeldung lassen sich auch die zuvor veröffentlichten ESU-Updates nachinstallieren, die Lücke im Patch-Stand schließt sich also rückwirkend.

Was bedeutet das für Datenschutz und Cyberversicherung?

Ein ungepatchtes System ist schwer als Stand der Technik zu begründen, und viele Cyberversicherungen und Auftraggeber-Audits fragen den Supportstatus der eingesetzten Systeme ab. Ob ein ESU-abgedecktes Gerät in Ihrem Fall als unterstützt gilt, sollten Sie vorab mit Versicherer beziehungsweise Prüfstelle klären — verlassen Sie sich nicht darauf, ohne gefragt zu haben.

Lohnt ESU für einen einzelnen PC?

Selten. Bei einem einzelnen Gerät ohne besondere Bindung an Software oder Hardware ist der Austausch meist die günstigere und ruhigere Lösung. Bei Spezialarbeitsplätzen mit teurer Peripherie sieht die Rechnung anders aus.

Passend dazu ist am 13. Oktober 2026 auch das Support-Ende von Office 2021 erreicht — beide Stichtage fallen auf denselben Tag und betreffen häufig dieselben Geräte. Eine Übersicht dazu und weitere Beiträge zu Migrationen und Support-Enden finden Sie im CoKom Blog. Welche Leistungen rund um Arbeitsplätze, Lizenzen und IT-Sicherheit die CoKom Computer & Kommunikation GmbH übernimmt, steht unter Leistungen; für Arztpraxen mit Geräten an medizinischer Peripherie gibt es den Bereich Medizin-IT.

Windows 10 ESU verlängern oder umstellen: Jetzt zählen, dann entscheiden

Ob Sie Windows 10 ESU verlängern sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten — es hängt an zwei Zahlen: wie viele Ihrer Geräte Windows 11 erfüllen und für wie viele die Fachsoftware noch keine Freigabe hat. Diese Inventur ist in kleinen Umgebungen eine Sache von Stunden und ersetzt jede Schätzung.

Die CoKom Computer & Kommunikation GmbH in Wertheim übernimmt die Bestandsaufnahme für KMU und Arztpraxen in Baden-Württemberg, prüft die Windows-11-Fähigkeit der vorhandenen Geräte und beschafft ESU-Lizenzen nur dort, wo sie wirklich nötig sind.

Daniel Frenzel

Daniel Frenzel

IT-Administration, Vertrieb und Support aus einer Hand – und das seit 2016. Ich sorge dafür, dass die Technik läuft und die Kundenbindung stimmt. Erfahrung trifft auf Leidenschaft

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