Das TI-Gateway ersetzt in der Arztpraxis schrittweise den physischen Konnektor. Für Praxen in Wertheim und im Main-Tauber-Kreis ist das mehr als ein Gerätetausch: Der Zugang zur Telematikinfrastruktur wandert von einer Box im Serverschrank in eine softwarebasierte Anbindung. Wer das früh plant, vermeidet Ausfälle bei ePA, E-Rezept und eAU.
Was sich mit der TI 2.0 ändert
Die gematik hat im Juni 2026 eine Modernisierung der Telematikinfrastruktur beschlossen, die unter dem Stichwort TI 2.0 läuft. Ziel ist eine offene Plattformarchitektur mit stärkerer Nutzung von Cloud-Komponenten und weniger Abhängigkeit von Spezialhardware in den Einrichtungen. Sicherheitsseitig setzt die TI 2.0 auf einen Zero-Trust-Ansatz statt auf die bisherige Logik des abgeschotteten Netzes.
Für die einzelne Praxis ist der sichtbarste Teil dieser Umstellung der Wechsel vom Konnektor zum TI-Gateway. Statt eines eigenen Geräts vor Ort stellt ein Gateway die Verbindung über das Internet her. Die Authentifizierung erfolgt weiterhin über den Praxisausweis SMC-B und den elektronischen Heilberufsausweis. Der Zugang wird softwarebasiert, die Identitätsprüfung bleibt kartengebunden.
Kein fester Stichtag, aber ein Zeithorizont: Ein verbindliches Datum für die Abschaltung aller Konnektoren steht bisher nicht fest. Die gematik plant, das bisherige sichere Netz zum 31. Oktober 2028 abzuschalten. Praxen haben also Zeit für eine geordnete Umstellung, aber nicht unbegrenzt.
Warum sich das TI-Gateway in der Arztpraxis lohnt
Der erste Vorteil ist der Wegfall eines Geräts, das gewartet, aktualisiert und irgendwann ersetzt werden muss. Der Konnektor war in den vergangenen Jahren regelmäßig Anlass für ungeplante Kosten, zuletzt beim Wechsel des kryptografischen Verfahrens: Ältere Konnektoren, die ausschließlich RSA unterstützten, verloren ihre Zulassung zum 31. Dezember 2025. Praxen, die nicht rechtzeitig getauscht oder umgestellt hatten, konnten E-Rezept, eAU und elektronischen Arztbrief nicht mehr nutzen.
Der zweite Vorteil ist die mobile Nutzung. Über ein TI-Gateway lassen sich TI-Dienste auch von Laptop oder Tablet aus erreichen. In Verbindung mit dem Dienst Proof of Patient Presence, kurz PoPP, ist der Zugriff auf TI-Anwendungen bei Hausbesuchen ab Mitte 2026 auch ohne stationäres Kartenlesegerät möglich. Ab 2027 soll der Versorgungskontext über PoPP grundsätzlich ohne Stecken der elektronischen Gesundheitskarte nachweisbar sein.
Der dritte Punkt ist die Stabilität. Der TI-Atlas 2026 der gematik zeigt, dass mehr als zwei Drittel der befragten Arzt- und Zahnarztpraxen die Telematikinfrastruktur inzwischen als stabil bewerten. Besonders Krankenhäuser berichten nach dem Umstieg auf das TI-Gateway von klaren Verbesserungen bei Verbindung und Betrieb.
Konnektor und TI-Gateway im Vergleich
| Kriterium | Konnektor vor Ort | TI-Gateway |
|---|---|---|
| Hardware in der Praxis | Eigenes Gerät im Netzwerk | Kein dedizierter Konnektor mehr nötig |
| Zugangsweg | Geschlossenes Netz über das Gerät | Softwarebasierter Zugang über das Internet |
| Authentifizierung | SMC-B und eHBA | SMC-B und eHBA, unverändert kartengebunden |
| Mobile Nutzung | An den Standort gebunden | Zugriff von Laptop oder Tablet möglich |
| Lebenszyklus | Hardwareabhängig, Austausch bei neuen Vorgaben | Anpassungen zentral auf Anbieterseite |
Die ehrliche Einschränkung: Ihr PVS entscheidet mit
Der Umstieg ist nicht allein eine Netzwerkfrage. Die Praxisverwaltungssoftware muss die Anbindung über ein TI-Gateway unterstützen. Nicht alle Systeme sind hier gleich weit, und der Zeitpunkt der Umstellung hängt damit vom Fahrplan des jeweiligen Herstellers ab. Vor jeder Terminplanung steht deshalb die Klärung, welchen Migrationspfad Ihr PVS-Anbieter vorsieht und ab wann er verfügbar ist.
Für Praxen mit lokal installierter Praxissoftware kommt hinzu, dass Serverbetrieb, Backup und Netzwerksegmentierung weiterhin vor Ort verantwortet werden. Das TI-Gateway ändert daran nichts. Es verlagert den TI-Zugang, nicht die Praxisdaten.
Vorbereitung in vier Schritten
Ist-Stand erfassen
Welcher Konnektor ist im Einsatz, welcher Softwarestand, wann läuft der Vertrag aus? Dazu Kartenterminals, SMC-B-Laufzeiten und die Generation der vorhandenen Ausweise.
Fahrplan des PVS-Herstellers klären
Ohne diese Auskunft lässt sich kein Termin planen. Die Antwort entscheidet, ob die Umstellung in diesem Jahr realistisch ist oder erst später.
Internetanbindung prüfen
Beim TI-Gateway hängt der TI-Zugang direkt an der Internetverbindung. Praxen ohne Redundanz sollten prüfen, ob ein zweiter Zugangsweg sinnvoll ist, etwa über Mobilfunk.
Umstellung außerhalb der Sprechzeiten planen
Mit Testfällen für ePA-Zugriff, E-Rezept und KIM sowie einem klaren Rückfallweg, solange der Konnektor noch verfügbar ist.
Hausarztpraxis
Hausbesuche werden mit PoPP praktikabler, weil der Versorgungskontext ohne stationäres Kartenlesegerät nachgewiesen werden kann.
Gemeinschaftspraxis
Mehrere Behandlungszimmer und Ausweise erfordern eine saubere Zuordnung von SMC-B und eHBA vor der Umstellung.
Praxis mit Nebenstandort
Ein softwarebasierter Zugang vereinfacht die Anbindung weiterer Standorte gegenüber der bisherigen Hardwarelösung.
Praxis mit lokalem Server
Backup, Segmentierung und Serverwartung bleiben unverändert Aufgabe der Praxis-IT und sollten parallel überprüft werden.
Wie CoKom Praxen begleitet
Die CoKom GmbH betreut Arztpraxen in Wertheim, im Main-Tauber-Kreis und in Baden-Württemberg von der Netzwerkinfrastruktur über die Praxisverwaltung bis zur IT-Sicherheit. Dazu gehört die Abstimmung zwischen Praxissoftware, Netzwerk und TI-Anbindung, damit die Umstellung nicht an einer Schnittstelle scheitert, für die sich am Ende niemand zuständig fühlt. Einen Überblick über unsere Arbeit im Gesundheitswesen finden Sie unter Medizin-IT, unser allgemeines Leistungsspektrum unter Leistungen.
Fazit
Das TI-Gateway macht die Arztpraxis unabhängiger von Spezialhardware und ermöglicht den mobilen Zugriff auf TI-Anwendungen. Einen Stichtag für die Konnektor-Abschaltung gibt es noch nicht, der Zeithorizont bis 2028 ist aber gesetzt. Der sinnvolle erste Schritt ist keine Bestellung, sondern die Klärung des Migrationspfads mit dem PVS-Hersteller.
Die CoKom Computer & Kommunikation GmbH aus Wertheim unterstützt Praxen im Main-Tauber-Kreis und in Baden-Württemberg bei Bestandsaufnahme, Planung und Umstellung: Zur Medizin-IT.
