Sophos hat das Ende der alten SG-Baureihe und der UTM-Softwarebasis schon länger angekündigt. Lizenzverlängerungen waren letztmalig bis zum 31. Dezember 2025 möglich. Ab dem 1. Januar 2026 gab es keine Neuverlängerung mehr, und zum 30. Juni 2026 stellt Sophos den vollständigen Support ein – keine Sicherheitsupdates, keine Signatur-Updates, kein Hersteller-Support bei Störungen.
Für Betriebe in der Region heißt das konkret: Jede Firewall, die nach diesem Datum noch auf UTM 9 läuft, arbeitet ohne aktuellen Schutz gegen neu entdeckte Schwachstellen. Bei einem Gerät, das den gesamten Internetzugang, VPN-Verbindungen und oft auch die Mailfilterung eines Unternehmens absichert, ist das ein Risiko, das man nicht auf die lange Bank schieben sollte.
Was mit Sophos SG/UTM nach dem End-of-Life passiert
Die Hardware schaltet sich nicht ab, das Gerät läuft technisch weiter. Was wegfällt, ist die Absicherung im Hintergrund: Sophos liefert keine Patches mehr für neu bekannt werdende Sicherheitslücken, und auch der technische Support bei Sophos selbst ist nach dem 30. Juni nicht mehr verfügbar. Wird eine Schwachstelle in der UTM-Codebasis öffentlich, bleibt sie offen – dauerhaft.
Gerade für Praxen und Kanzleien mit sensiblen Patienten- oder Mandantendaten ist das nicht nur ein IT-Risiko, sondern auch ein Compliance-Thema: Eine ungepatchte Firewall lässt sich im Rahmen von NIS2 oder DSGVO-Prüfungen schwer als angemessene technische Schutzmaßnahme begründen.
Zur Einordnung: Eine seit 2025 aktiv ausgenutzte Schwachstelle in älteren Sophos XG-Firewalls zeigt, wie lange Angreifer gezielt nach Geräten ohne aktuelle Patches suchen. Bei End-of-Life-Systemen ohne jeden zukünftigen Fix verschärft sich genau dieses Risiko dauerhaft.
SG/UTM versus XGS: Der Umstieg lohnt sich technisch
Die aktuelle XGS-Serie mit dem Betriebssystem SFOS ist nicht nur der einzige unterstützte Weg, sie bringt auch handfeste Verbesserungen mit, die für KMU in Baden-Württemberg im Alltag relevant sind.
| Kriterium | SG-Firewall (UTM 9) | XGS-Firewall (SFOS) |
|---|---|---|
| Hersteller-Support | Endet 30.06.2026 | Aktiv, laufende Updates |
| Bedrohungserkennung | Signaturbasiert | KI-gestützte Deep-Learning-Engine |
| VPN-Performance | Begrenzt | Deutlich höherer Durchsatz |
| Zentrale Verwaltung | Lokal je Gerät | Sophos Central, zentral für mehrere Standorte |
| Lizenzmodell | Auslaufend | Aktuell, planbar |
So läuft eine Sophos Firewall Migration in der Praxis ab
Eine Migration von SG/UTM auf XGS ist kein einfacher Geräteaustausch, sondern ein Projekt mit mehreren Schritten – Regelwerke, VPN-Konfigurationen und oft auch VoIP-Integrationen müssen mitgedacht werden.
Bestandsaufnahme
Analyse der aktuellen Firewall-Regeln, VPN-Tunnel, NAT-Konfiguration und angebundenen Dienste (z. B. VoIP-Telefonanlage, Mailserver).
Sizing der neuen XGS-Appliance
Auswahl des passenden Modells nach Nutzerzahl, Bandbreite und benötigten Funktionen (IPS, Web-Filter, VPN-Last).
Parallelbetrieb und Test
Neue Firewall wird parallel eingerichtet und in einem Testfenster außerhalb der Geschäftszeiten umgeschaltet, um Ausfallzeiten zu minimieren.
Go-Live und Nachkontrolle
Umschaltung, Funktionstest aller Dienste (Internet, VPN, Telefonie) und Übergabe der zentralen Verwaltung über Sophos Central.
Praxisbeispiel: Arztpraxis in der Region Main-Tauber
Eine Arztpraxis im Main-Tauber-Kreis betrieb ihre Internetanbindung und den VPN-Zugang für Homeoffice-Auswertungen seit Jahren über eine Sophos SG-Firewall. Da Patientendaten über diese Verbindung laufen, war eine ungepatchte Lösung nach dem Support-Ende keine Option. Im Rahmen der Migration wurde die Firewall durch eine XGS-Appliance ersetzt, inklusive zentraler Verwaltung über Sophos Central und einem aktualisierten VPN-Setup für die Anbindung externer Befundärzte. Der Wechsel erfolgte an einem Freitagnachmittag außerhalb der Sprechzeiten, sodass am folgenden Montag kein Praxisbetrieb beeinträchtigt war.
Für Arztpraxen
Schutz von Patientendaten und VPN-Anbindung externer Ärzte ohne Sicherheitslücke durch veraltete Firewall-Software. Mehr dazu unter IT für Arztpraxen.
Für Kanzleien und KMU
Absicherung von Mandanten- und Geschäftsdaten bei gleichzeitig besserer VPN-Performance für Homeoffice und Filialanbindung.
Was Unternehmen in Wertheim jetzt tun sollten
Wer aktuell noch eine SG-Firewall mit UTM 9 betreibt, sollte die Migration nicht erst nach dem 30. Juni angehen. Lieferzeiten für Hardware, Terminabstimmung und ein realistisches Wartungsfenster benötigen Vorlauf. Eine frühzeitige Bestandsaufnahme der aktuellen Konfiguration verkürzt den Migrationsaufwand erheblich und vermeidet Hektik unter Zeitdruck.
Sophos Firewall Migration: Jetzt planen statt riskieren
Das Support-Ende für Sophos SG/UTM zum 30. Juni 2026 ist endgültig. CoKom GmbH begleitet Unternehmen und Arztpraxen in Wertheim, im Main-Tauber-Kreis und in ganz Baden-Württemberg bei der Sophos Firewall Migration auf die aktuelle XGS-Serie – von der Bestandsaufnahme bis zum reibungslosen Go-Live. Mehr zu unseren Leistungen im Bereich IT-Sicherheit finden Sie unter cokom.de/leistungen.
