Die Lage 2026 in Kurzform
Nach mehreren Jahren rückläufiger Zahlen ist die Ransomware-Betroffenheit laut Hornetsecurity 2025 wieder gestiegen: Rund ein Viertel der befragten Organisationen berichtete von einem Vorfall, deutlich mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig zeigen Auswertungen von Sophos, dass die mittlere Zeit von der Erstinfektion bis zur Verschlüsselung auf nur noch wenige Tage gesunken ist. Angreifer nutzen zunehmend KI-gestützte Automatisierung, um Schwachstellen schneller zu finden und auszunutzen.
Die gute Nachricht: Der Anteil der Angriffe, die vor der eigentlichen Verschlüsselung gestoppt werden konnten, hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Unternehmen mit funktionierenden Backup- und Recovery-Prozessen kommen spürbar besser durch einen Vorfall als solche ohne.
Warum Prävention allein nicht ausreicht
Firewall, Endpoint-Schutz und E-Mail-Filter bleiben wichtig, verhindern aber nicht jeden Angriff. Laut aktuellen Erhebungen bleibt eine unbekannte Sicherheitslücke oder fehlende Kapazität in der IT-Abteilung einer der häufigsten Gründe, warum Unternehmen überhaupt Opfer werden. Für kleine und mittlere Unternehmen im Main-Tauber-Kreis mit begrenzten IT-Ressourcen ist das ein realistisches Szenario, keine Ausnahme.
Entscheidend ist deshalb eine zweite Verteidigungslinie: eine Datensicherung, die auch dann funktioniert, wenn die Produktivumgebung bereits kompromittiert ist.
Praxisbeispiel: Arztpraxis mit Hyper-V-Infrastruktur
Bei einer Arztpraxis in der Region, deren Praxisverwaltungssoftware auf einer virtualisierten Hyper-V-Umgebung läuft, zeigte ein Wiederherstellungstest, dass ältere Backups zwar vorhanden, aber nie auf Wiederherstellbarkeit geprüft worden waren. Nach der Umstellung auf ein regelmäßig getestetes Backup-Konzept mit unveränderlichen Sicherungen (Immutable Backup) war eine vollständige Wiederherstellung im Testlauf innerhalb weniger Stunden möglich.
Worauf eine belastbare Backup-Strategie achten sollte
Immutable Backups
Unveränderliche Sicherungen lassen sich auch mit administrativen Rechten nicht nachträglich verschlüsseln oder löschen.
Getrennte Aufbewahrung
Backups sollten logisch oder physisch vom Produktivnetz getrennt sein, damit ein Angriff sie nicht mit erfasst.
Regelmäßige Wiederherstellungstests
Ein Backup zählt erst, wenn eine Wiederherstellung im Test tatsächlich funktioniert hat.
Abdeckung von M365 und VMs
Sowohl Microsoft-365-Postfächer als auch virtuelle Maschinen benötigen eine eigene Sicherungsstrategie.
Backup-Reife im Vergleich
| Merkmal | Unzureichendes Backup | Belastbares Backup-Konzept |
|---|---|---|
| Verschlüsselbarkeit | Backup im selben Netz, angreifbar | Immutable, getrennt aufbewahrt |
| Wiederherstellung getestet | Unbekannt oder nie geprüft | Regelmäßiger Testlauf dokumentiert |
| Abdeckung | Nur Server, kein M365 | Server, VMs und M365-Postfächer |
| Wiederanlaufzeit | Tage bis Wochen, ungewiss | Stunden, mit klarem Ablaufplan |
Fakt: Laut Sophos sank der mittlere Wiederherstellungsaufwand ohne Lösegeldzahlung 2025 auf rund 1,53 Millionen US-Dollar weltweit, gegenüber deutlich höheren Werten im Vorjahr – ein Hinweis darauf, dass sich funktionierende Backup- und Recovery-Strategien finanziell auszahlen.
Backup-Konzept in Wertheim überprüfen lassen
CoKom GmbH prüft für Unternehmen und Arztpraxen in Wertheim, im Main-Tauber-Kreis und in Baden-Württemberg, ob bestehende Backups im Ernstfall tatsächlich wiederherstellbar sind, einschließlich Hyper-V-Umgebungen und Microsoft-365-Daten. Mehr dazu unter unseren Leistungen und speziell für Praxen unter IT für Arztpraxen.
